Veronika Egger

Die Wegbegleiterin aus Schönberg

Veronika Egger bietet als ausgebildete Waldführerin achtsame Naturerfahrung (Foto: Carla Hauptmann)

Ein „Waldbadewald“ soll es werden, und wenn sich Veronika Egger an einen Baumstamm lehnt, die Augen schließt und das Gesicht der winterlichen Sonne zuwendet, dann bekommt man eine Ahnung davon, dass das hier auf dem Kadernberg in Schönberg eine ziemlich gute Idee sein könnte. „Japanisches Shinrin-yoku mitten im Bayerischen Wald? „In Schönberg machen wir es immer anders als anderswo, wir schwimmen meistens gegen den Strom“, sagt Veronika Egger. So wie sie das sagt, scheint es das Selbstverständlichste der Welt zu sein.

Regierungsbezirk: Niederbayern

Wahlheimat mit Weitblick
Oben auf dem Kadernberg in Schönberg hat man einen phänomenalen Ausblick auf den gesamten Bayerischen Wald, vom Aussichtsturm aus sogar bis in die Alpen in der Ferne. Viel Weitblick ist da, in alle vier Himmelsrichtungen. Wohl deshalb fühlt sich die gebürtige Miesbacherin genau am richtigen Ort. Seit zwanzig Jahren lebt sie nun in Schönberg und hat damit einen Familientraum verwirklicht. Doch eine „Zugereiste“ ist sie längst nicht mehr. Als Waldführerin, Tourismusmanagerin, Gemeinderätin, und Aktive mit einer Menge an Vereins- und parteipolitischen Ehrenämtern fühlt sie sich in die Gemeinschaft aufgenommen, diese spezielle Schönberger Philosophie kam ihr da gerade recht.

Natur tut gut
Eigentlich wollte sie ja Grundschullehrerin werden, aber das Studium war ihr nicht praxisnah genug. Das Angebot der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald für die Ausbildung zur Waldführerin kam für sie 2006 genau zur rechten Zeit. „Eine Schicksalsfügung“, nennt sie es. Deshalb vermittelt sie ihr Wissen nun an Gäste aus aller Welt, macht Reisebegleitungen und Wandertouren durch den Bayerischen Wald, bietet individuelles Natur- und Wandercoaching mit Achtsamkeitsübungen an und arbeitet in touristischen und umweltpädagogischen Projekten in der Region mit. Was sie den Gästen, die nur wenige Tage in der Gegend sind, mitgeben möchte? „Das, was mir selbst auch so guttut“, sagt sie, „raus in die Natur, weg vom Alltag, Durchschnaufen können, zur Ruhe kommen, Gedanken durchsortieren, sich wieder erden.“

Wege finden
Dazu eignet sich die Atmosphäre der Landschaft offenbar ganz besonders gut. Mystisch sei die, findet Veronika Egger. Dichter, dunkler Wald, dunkle Granit- und Gneisfelsen, dunkles Wasser, das schaffe schon besondere Stimmungen in der Natur. Nicht selten ergibt es sich, dass ihr Gäste auf den Touren plötzlich ganz persönliche Dinge anvertrauen. Aber das liegt bestimmt auch an ihrem offenen und zugänglichen Wesen. Die Kombination aus ihrer herzlichen Art, ihrer Naturverbundenheit und der mystischen Umgebung scheint ideal, um in den Menschen etwas auszulösen. „Wege finden“ ist Veronika Eggers Motto und dafür ist sie ihren Gästen ein guter Kompass.

Eine Idee – ein Konzept
„Die Grundlage für den Tourismus bei uns ist die Natur“, sagt die bestens ausgebildete und vernetzte Wegbegleiterin, und dafür kommen ihr immer neue Ideen. Jetzt eben das Waldbaden, das für sie mehr als ein Trend ist. Weil sie alles, was sie tut, gründlich macht, wollte sie sich aber erst einmal das Wissen dazu in der nötigen Tiefe aneignen. Dafür hat sie gleich selbst ein Seminar für sich und alle anderen Nationalpark-Gästeführer mit einem namhaften Referenten organisiert. Wie das in Schönberg dann eben so ist, haben Veronika Egger und der Bürgermeister aus dieser Inspiration heraus gleich ein Konzept für die Gemeinde gemacht.

Eintauchen in den Wald
Deshalb wird es ab 2020 eine Art Lehrpfad zum Waldbaden auf dem Kadernberg geben. „Wir wollen dazu einladen, auch ohne Führung die ein oder andere Atemübung oder Meditation auszuprobieren“, sagt Veronika Egger. Dafür entwickelt sie Infotafeln, die kurze Impulse und Informationen dazu geben. „Natürlich ist auch Pilze sammeln eine Art von meditativer Übung“, sagt sie, aber wer mit ihr durch den künftigen Waldbadewald geht, bekommt eine Ahnung davon, was sie ihren Gästen alles mitgeben kann. „Es gibt verschiedene Phasen beim Waldbaden“, erklärt sie, „das beginnt schon mit dem Ankommen, dem Einstieg in eine neue Welt. Deshalb eignet sich der Wald so gut, dort ist die Zivilisation draußen und ich bin in einem archaischen Umfeld“. Sie setzt sich flugs auf einen moosbewachsenen Granitstein und scheint sofort eins mit der Umgebung zu werden. Und so, wie sie dann bilderreich von den weiteren Waldbade-Stationen – einer Baumgarderobe, einem Waldfußabstreifer, den Sinnesübungen – erzählt, ahnt man schon, dass es sich lohnen wird, sich mit ihr auf einen Tauchgang in den Wald zu begeben.

Nicht nur Waldbaden
Doch das Waldbaden ist nicht das Einzige, was Veronika Egger initiiert. Wege finden und auch ebnen – das tut sie in vielen Bereichen. Im Gemeinderat ist sie besonders für den Tourismus und den öffentlichen Nahverkehr zuständig, sie treibt die gesamte Gemeindeentwicklung mit voran und hat in den letzten drei Jahren das Wanderwegeprojekt der „ILE Nationalpark-Gemeinden“ begleitet. Vielfältig sind ihre Aktivitäten. Und belebend für den Ort und die Landschaft. „Ich bekomme viel von Schönberg“, sagt sie, „deshalb möchte ich auch viel zurückgeben“. Was für ein Glück für Schönberg.

Kontakt:
Veronika Egger
Johannesberg 11a
94513 Schönberg
Tel: +49 160 554 3438
Mail: veronika.egger@wegefinden.info
Web: www.wegefinden.info

Mehr zum Engagement des Markt Schönberg finden Sie auch in der Projektbeschreibung „Die Rathausbienen von Schönberg“