Schnellhandbuch Biodiversität

Ein ideales Instrument für Gemeinden

Mit einem Schnellhandbuch für einfache Maßnahmen zu mehr Biodiversität

Mit einem Schnellhandbuch für einfache Maßnahmen zu mehr Biodiversität
© Rosa Kugler

So einfach kann es sein, mehr Vielfalt in die Kommunen zu bringen. Mit dem „Schnellhandbuch Biodiversität“ haben Gemeinden in der oberbayerischen Ökomodellregion Mühldorfer Land seit Frühjahr 2020 ein Instrument an der Hand, das ihnen eine Auswahl an leicht umsetzbaren Vielfalts-Maßnahmen für ihre kommunalen Flächen vorschlägt.

Handbuch für Gemeinden
Kommunen fit für die Vielfalt machen, das ist die Idee, die hinter dem „Schnellhandbuch Biodiversität“ steckt. Möglichst einfach, möglichst kostengünstig und mit dem größtmöglichen Nutzen für die biologische Vielfalt. Rosa Kugler von der Ökomodellregion Mühldorfer Land hat deshalb gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Landschaftspflegeverband Mühldorf ein einfach anzuwendendes Handbuch für fünf Gemeinden im Landkreis Mühldorf entwickelt.

So einfach geht‘s
Jede der fünf Kommunen hat ihr individuelles „Schnellhandbuch“ bekommen. „Schnell“ deshalb, weil die drei Projektpartner Wert darauf gelegt haben, statt umfangreicher theoretischer Ausführungen lieber kompakte und konkrete Praxisanleitungen für definierte Flächen anzubieten. Eine DIN A4-Seite für jede Fläche – und damit hat der Bauhof alles an der Hand, was er zum Umsetzen braucht: Ein Luftbild der Fläche, darauf die eingezeichneten Maßnahmen und daneben kurz und knapp alle notwendigen Hinweise zur Ausführung: Wie geht’s, wann ist der richtige Zeitpunkt, wie sehen die Pflegemaßnahmen und -zeiträume aus, welches Material wird gebraucht und wie sieht das Entwicklungsziel aus. Ganz wichtig: die Kostenkalkulation am Schluss.

Bausteine der Vielfalt
Dieses Angebot ist für die Kommunen in der Ökomodellregion Mühldorfer Land kostenlos. Die interessierten Gemeinden können sich bei Rosa Kugler oder bei einem der beiden anderen Projektpartner melden. Die schauen sich dann vor Ort nach den passenden Flächen um und entwickeln individuelle Konzepte dafür. Die Bausteine sind oft ähnlich: Das können Hecken- oder Obstbaumpflanzungen sein, mal sind es auch Lebensräume für Insekten- und Wildbienen, Totholzhaufen oder andere Nistmöglichkeiten. Großen Nutzen für die Vielfalt haben auch „Impfstreifen“ mit Regio-Saatgut, die Wiesen und Grünlandflächen artenreicher machen. Manchmal empfehlen die Fachleute auch, Sträucher einfach wachsen zu lassen oder Verkehrsinseln mit der passenden Saatgutmischung einzusäen. Viele der Maßnahmen eignen sich auch gut für Gemeinschaftsaktionen mit Schulen, Vereinen oder anderen Initiativen in der Gemeinde.

Modell für andere
Ob, wann und welche der vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt wird, bleibt der Gemeinde überlassen. Die drei Projektpartner, Ökomodellregion Mühldorfer Land, die Untere Naturschutzbehörde und der Landschaftspflegeverband bieten aber auch dafür ihre fachliche Unterstützung an. Und wie sieht für Gemeinden in anderen Landkreisen aus? „Nachahmen ist ausdrücklich erwünscht,“ sagt Rosa Kugler. Denn gute Ideen müssen weiter getragen werden.

Weitere Informationen:
Rosa Kugler
Ökomodellregion Mühldorfer Land
Tel.: 08081-9379 50
Email: rosa.kugler@tagwerk.net
Web: www.oekomodellregionen.bayern/muehldorfer-land-ehem.-isental

15.02.2021

Regierungsbezirk: Oberbayern