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Malerischer Auftakt zum A.ckerwert-Start im Landkreis Eichstätt

Landschaftspflegeverband Eichstätt feiert Start der Beteiligung am Projekt A.ckerwert

Projekt: A.ckerwert wird größer
Gesprächsrunde zum Thema "Verpachten für Mensch und Natur", v.l.n.r.: Beate Krettinger (DVL), Norbert Bäuml (ALE Zentrale Aufgaben), Karl-Heinz Bittl (Landwirt), Roland Schermer (Bürgermeister), Lioba Degenfelder (A.ckerwert), Christina Geith (LPV Eichstätt, A.ckerwert), Ministerialdirigent Leonhard Rill (StMELF)
Gesprächsrunde zum Thema "Verpachten für Mensch und Natur", v.l.n.r.: Beate Krettinger (DVL), Norbert Bäuml (ALE Zentrale Aufgaben), Karl-Heinz Bittl (Landwirt), Roland Schermer (Bürgermeister), Lioba Degenfelder (A.ckerwert), Christina Geith (LPV Eichstätt, A.ckerwert), Ministerialdirigent Leonhard Rill (StMELF)
© Emil Debuschewitz

Unter den Gästen waren auch Medienschaffende und so gibt es hier einen kurzen Beitrag von tv.ingolstadt mit noch mehr schönen Bildern der Veranstaltung und den wichtigsten Informationen rund um das Projekt:  https://www.tvingolstadt.de/mediathek/video/projekt-a-ckerwert/

Bereits seit Mai können sich Flächeneigentümer und Flächeneigentümerinnen, aber auch Landwirte und Landwirtinnen beim Eichstätter Projektteam melden, wenn sie Nachhaltigkeitsaspekte in Pachtverträge aufnehmen wollen. Die Mitarbeiter unterstützen die beiden Vertragspartner im Dialog- und Entwicklungsprozess.

Nach Grußworten von Frau Tanja Schorer-Dremel (Vorsitzende des LPV und MdL), Herrn Ministerialdirigenten Leonhard Rill (StMELF), dem stellvertretenden Landrat Herrn Bernhard Sammiller und der Projektinitiatiorin Lioba Degenfelder, erläutert Peter Riegg vom LPV am Beispiel einer Fläche im Hessental bei Eichstätt wie so ein Prozess gelingen kann. Nach dem Ankauf mit Fördergeldern des damaligen Naturschutzgroßprojekts Altmühlleiten sollte die Fläche zukünftig in erster Linie dazu beitragen, die Beweidung im umliegenden FFH-Gebiet mit einer Vielzahl an gefährdeten und stark gefährdeten Arten sowie sogar zwei vom Aussterben bedrohten Arten zu optimieren. Dazu war es notwendig, Möglichkeiten zum Tränken und zum nächtlichen Koppeln zu finden.

Dem LPV war wichtig, den bisherigen Pächter der Fläche, den örtlichen Rinderhalter Karl-Heinz Bittl, nicht aus den Augen zu verlieren. In gemeinsamen Gesprächen konnte ein Weg gefunden werden, durch den die Fläche weiterhin von ihm bewirtschaftet werden kann und trotzdem das naturschutzfachliche Ziel erreicht wird.

„Und das ist in den allermeisten Fällen so“, weiß Lioba Degenfelder, die das Projekt A.ckerwert initiiert und von Beginn die Region Niederbayern betreut hat. Ihr Antrieb ist, einen Weg zu finden, den Herausforderungen von Artenverlust und Klimawandel zu begegnen und gleichzeitig den gesellschaftlichen Dialog über die veränderten Ansprüche an die Landwirtschaft konstruktiv zu begleiten.

„Die Erfahrung zeigt, dass wir durch A.ckerwert nicht nur lebendigere Agrarflächen, sondern auch lebendige Beziehungen und eine lebendige Kommunikation zwischen Pächter und Verpächter erreichen“, freut sich die Projektgründerin.

Nach einem kleinen gemeinsamen Spaziergang durch das Hessental erwartete die Gäste oberhalb des berühmten Figurenfelds der zweite Standort des Auftakttermins.

Die Herde aus über 800 Schafen und Ziegen des örtlichen Hüteschäfers, Michael Wöhrlein, bot eine grandiose Kulisse für die Gesprächsrunde zum Thema „Verpachten für Mensch und Natur“.

Der Flächenbewirtschafter Herr Bittl wies darauf hin, dass seiner Erfahrung nach auf dem Pachtmarkt nach wie vor der Preis das absolut entscheidende Kriterium für Verpachtungen ist. Er erklärt, dass das im Hessental gefundene Konstrukt an dieser Stelle und für diese Fläche für ihn passt. Würden solche Ansprüche aber für viele weiteren Flächen gestellt werden, wäre das durchaus ein Problem für seinen Betrieb. Und hier kommt ihm der Ansatz von A.ckerwert sehr entgegen, betont Lioba Degenfelder. Dennbei A.ckerwert werden grundsätzlich individuelle Lösungen gesucht, die zu den einzelnen Flächen und den Betrieben der Pächter passen.

Außerdem werden die Pächter grundsätzlich sehr früh in den Prozess eingebunden. Christina Geith erklärt, dass mit A.ckerwert auch nichts komplett Neues in den Landkreis Eichstätt kommt, denn der LPV arbeitet ohnehin bereits häufig an der Schnittstelle zwischen Eigentümern und Bewirtschaftern. „Neu ist allerdings, dass wir diesen Dialog und die Moderation dank A.ckerwert in den Mittelpunkt stellen können“, freut sie sich.

Den schönen Abschluss des gemeinsamen Nachmittags bildete die Übergabe der Preise für den Fotowettbewerb des LPVs für blühende Äcker. „Wir wollten zu Beginn gleich zeigen, was unsere Landwirte im Landkreis bereits für die Erhaltung und Pflege von Lebensräumen leisten“, betont Tanja Schorer-Dremel (Vorsitzende des LPV und MdL). Prämiert wurden dabei die Zusammenstellung verschiedenster Ackerwildkräuter der Familie Böhm, das Meer aus Esparsetten von Konrad Schneider und der persönliche Schnappschuss von Viktoria Böhm in einer ihrer Blühflächen. Sehr dankbar ist das Projektteam zusätzlich für die Blühflächen von Josef Pfaller, die Ackerwildkräuter in den Lerchenfenstern von Florian Gäck, den Anbau von über 26 verschiedenen Wildgräsern und -kräutern durch Georg Schmidmeier und blühende Mohnblumen über biologisch gezogenen Forstbäumen von Tobias Lindner.


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